Rheinlandliga: Die Saison 2010/11 im Rückblick – Teil 4

Die magere Punkteausbeute des SV Dörbach in der Hinrunde war letztendlich eine zu große Hypothek, denn trotz einer vor allem in der zweiten Hälfte erfolgreichen Rückrunde stand für die Mannschaft von Harry Koch am Ende der bittere Abstieg in die Bezirksliga. An der Tabellenspitze sah es anders aus. Hatte der SV Morbach sich im Winter als Verfolger Nr. 1 des Spitzenreiters aus Salmrohr präsentiert, schwächelten die Hunsrücker in der Rückrunde und der FSV drehte einsam an der Spitze seine Runden und feierte am Ende eine souveräne Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga. Hier nun der letzte Teil unseres großen Rheinlandliga-Rückblicks.

Bye Bye Rheinlandliga: Der FSV Salmrohr krönte eine hervorragende Saison mit dem Aufstieg.

SV Dörbach: Aufholjagd nicht von Erfolg gekrönt.

Zwar waren mit Ellscheid und der abgeschlagenen Lahnsteiner Eintracht noch zwei Mannschaften schlechter platziert als der SV Dörbach, dennoch konnte die mit zwölf mageren Punkten abgeschlossene Hinrunde nur als Desaster bezeichnet werden. Zu Beginn der Rückrunde war ebenfalls nicht viel zu erwarten, denn die Salmtaler trafen auf hochkarätige Gegner. Gegen Burgbrohl (1:3), Mayen (1:1) und Mülheim-Kärlich (0:4) konnte man nur einen Punkt holen, doch am 23. Spieltag setzte man beim enorm wichtigen 5:0-Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten aus Linz ein Ausrufezeichen. Ein richtiger Aufschwung war allerdings nicht zu erkennen, denn gegen Tarforst (0:4, zum Spielbericht) und Karbach (2:5) setzte es klare Auswärtsniederlagen und auch ein 0:0 im Heimspiel gegen Morbach war trotz einer guten Leistung letztendlich zu wenig. Einer unglücklichen 1:2-Niederlage in Engers folgte eine bittere 0:7-Schlappe im Derby gegen den FSV Salmrohr, eine Niederlage, die sowohl Trainer als auch Verantwortliche ernsthaft am Willen der Mannschaft zweifeln ließ. Kaum Einsatz und eine wehrlose Defensive sorgten für eine peinliche Niederlage, die auch noch wesentlich höher hätte ausfallen können (zum Spielbericht).

Verzweiflung bei Mike Gaugler im letzten Spiel gegen Schweich, das den Abstieg besiegelte.

Doch noch war der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen nicht zu groß geworden und tatsächlich kam der SV noch einmal in Fahrt. Vier Siege über Kyllburg (3:2), Lahnstein (’nur‘ 3:0), Koblenz (1:0) und Mitkonkurrent Wirges (3:0) brachten einen Sprung auf Rang 14, der in der Endabrechnung die Rettung bedeutet hätte. Jäh unterbrochen wurde der Höhenflug durch eine unnötige und bittere 1:2-Niederlage in Ellscheid, doch das überraschende 7:3 im Heimspiel gegen den SV Mehring nährte die Hoffnung und zwei Spieltage vor Schluss stand die Mannschaft von Harry Koch auf Rang 13. Am Ende reichte es aber trotzdem nicht, denn nach einer klaren 4:0-Niederlage gegen die SG Bullay Zell verlor man auch das letzte Spiel auf heimischem Platz unglücklich mit 2:1 gegen Schweich. Dörbach vergab in einer kämpferischen Partie zahlreiche Großchancen gegen eine stark ersatzgeschwächte Mosella, lud den Gegner aber duch zum Teil haarsträubende Abwehrfehler zum Toreschießen ein (zum Spielbericht). Da die Konkurrenz aus Wirges und Linz punkten konnte, rutschte man gemeinsam mit der SG Bullay/Zell wieder auf die Abstiegsränge. Zwar holte der SV Dörbach respektable 20 Punkte in der Rückrunde, doch zusammen mit der schwachen Rückrunde reichte es am Ende nicht zum Klassenerhalt. Vor allem die Niederlagen gegen Ellscheid und Bullay/Zell sorgten am Saisonende für Ernüchterung.

SV Morbach: Winterpause bremst den Salmrohr-Verfolger aus

Die Rückrunde des SV Morbach verlief nicht zufriedenstellend.

Zweimal innerhalb von nur drei Tagen konnte der SV Morbach Spitzenreiter Salmrohr zum Ende der Hinrunde bezwingen und war die große Hoffnung auf etwas Spannung in der zweiten Jahreshälfte. Doch nach der Winterpause konnten die Hunsrücker nicht an die gute Form des Vorjahres anknüpfen. Gleich das erste Spiel verlor man in Mülheim-Kärlich (0:2) und auch im Heimspiel gegen den VfB Linz stand am Ende nur ein torloses Remis zu Buche. In Tarforst gewann man am 22. Spieltag mit 3:1 (zum Nach vier Siegen über Burgbrohl (1:0), Wirges (5:1), Ellscheid (1:0) und Mayen (1:0) schien man zumindest was die Ergebnisse anging zurück in die Spur gefunden zu haben und die Mannschaft von Thorsten Haubst konnte wieder auf die Vizemeisterschaft schielen. Doch die nächsten vier Begegnungen gingen allesamt verloren und gegen den SV Mehring (0:1), Bullay/Zell (1:3), Schweich (0:1) und Salmrohr (0:2, zum Spielbericht) erzielte man lediglich einen Treffer. Überhaupt ist festzuhalten, dass vor allem die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive zu den schwachen Ergebnissen der Rückrunde geführt hatte, insgesamt erzielte man zwölf Tore weniger als in der Hinrunde. Wenigstens der Saisonabschluss gelang dem SV Morbach noch und die U23 aus Koblenz wurde zuhause mit 3:2 bezwungen. Am Ende einer enttäuschenden Rückrunde belegte der SV Morbach in der Abschlusstabelle den siebten Rang. „Letztendlich hat uns die Breite in der Mannschaft gefehlt. Wir hatten kaum Möglichkeiten, auch einmal etwas zu verändern oder auf die Spieler der ersten Elf etwas Druck auszuüben“ fasst Thorsten Haubst die wenig zufriedenstellende Rückrunde präzise zusammen. „Wir werden auch nächste Saison wieder alles versuchen. Spieler gehen, neue kommen und die Karten werden neu gemischt.“

FSV Salmrohr: Solide Rückrunde reicht für souveräne Meisterschaft

Riesiger Jubel in Salmrohr, als man den Meisterpokal in Empfang nehmen konnte.

Nach den beiden Niederlagen gegen den SV Morbach im November hoffte die Konkurrenz auf eine Schwächephase oder Nervosität des Spitzenreiters. Doch die mangelnde Konstanz der Verfolger und die hohe spielerische Qualität des FSV sorgten schnell für klare Verhältnisse. Gleich im ersten Spiel schoss man Lahnstein mit 11:0 vom heimischen Kunstrasen (zum Spielbericht). Salmrohr war sich seiner Sache wohl sehr sicher, nicht anders ist zu erklären, dass man im folgenden Auswärtsspiel gegen Wirges II eine 2:0 Pausenführung wieder einmal aus der Hand gab und das Spiel letztendlich mit 3:2 verlor. Der Ausrutscher belastete die Mannschaft aber nur wenig, bereits beim 5:0 gegen Ellscheid fand man zur alten Stärke und Souveränität zurück und auch beim Derby im Mehring siegte man mit 4:2 (zum Spielbericht). Ganz so souverän wie in der Hinrunde präsentierte sich der Spitzenreiter aber nicht. Zwar wurde Bullay/Zell mit 4:0 bezwungen, doch auch im Spiel gegen Schweich konnte eine Führung nicht über die Zeit gebracht werden und zwei späte Tore von Schweichs Joker Florian Beaudouin besiegelten die dritte Saisonniederlage (zum Spielbericht). Nach einem Sieg über den FV Engers (3:1) hielt man durch ein 1:1 gegen die U23 aus Koblenz den hartnäckigsten Konkurrenten auf Distanz und wenige Tage später konnte auf heimischem Kunstrasen ein fulminanter 7:0-Derbysieg gegen an diesem Abend erschreckend schwache Dörbacher gefeiert werden (zum Spielbericht).

Meistertrainer Robert Jung.

Der Aufstieg war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend in trockenen Tüchern, letzte Zweifel beseitigten Siege in Burgbrohl (2:0) und gegen den TuS Mayen (3:1). Zwar verlor man noch mit 4:3 in Kyllburg, doch bereits am 30. Spieltag konnte beim 3:2-Auswärtssieg in Mülheim-Kärlich die vorzeitige Meisterschaft klar gemacht werden.  Der Aufstieg wurde beim folgenden Heimspiel gegen den VfB Linz euphorisch gefeiert und die Mannschaft sorgte mit einem 10:1-Schützenfest für den passenden Rahmen. Überhaupt schaltete der Meister in den letzten Spielen keinen Gang zurück. In Tarforst gewann man 3:1 (zum Spielbericht) und auch der SV Morbach wurde im letzten Heimspiel mit 2:0 besiegt (zum Spielbericht und den Fotos der Meisterfeier). Erst am letzten Spieltag war die Luft raus und der FSV Salmrohr verabschiedete sich mit einer 3:1-Niederlage in Karbach aus der Rheinlandliga. Selten hat eine Mannschaft die höchste Verbandsspielklasse so dominiert wie der FSV Salmrohr in der Saison 2010/11. Angeführt von Toptorjäger Dino Toppmöller war es vor allem die unberechenbare Offensive und ihre enorme Durchschlagskraft bei Standardsituationen, die auch schwächere Spiele für den Meister entscheiden konnten. Es wird sich zeigen, wie sich die Mannschaft in der Oberliga schlagen wird. Nahezu alle Leistungsträger bleiben dem Verein erhalten und mit Mike Gaugler (Dörbach), Markus Schottes (Eintracht Trier U23), Johannes Kühne (Eintracht Trier) und David Wieber (SG Bullay/Zell) hat man sich prominent verstärkt.

Der Rest der Liga

Mülheim-Kärlichs Kapitän Timo Theisen jubelt über seinen Treffer gegen den FSV Tarforst.

Hinter dem FSV Salmrohr entwickelte sich ein spannendes Rennen um Platz zwei, den fast über die ganze Saison die zweite Mannschaft aus Koblenz innehatte, dann aber am letzten Spieltag doch noch vom SV Mehring abgefangen wurde. Die chaotischen Verhältnisse im Verein verunsicherten die Schängel in den letzten Spielen sichtlich, die ungewisse Zukunft der Spieler und der Wechsel des langjährigen Trainers Colin Bell zur Frauenmannschaft aus Bad Neuenahr in der kommenden Saison taten ihr Übriges. Unter schwierigen Voraussetzungen holte die junge Mannschaft dennoch eindrucksvolle 30 Punkte und belegte in der Abschlusstabelle Rang drei, einen Platz vor der SG Mülheim-Kärlich, die sich in der Rückrunde ungemein stark präsentierte und nur einen Punkt weniger als Meister Salmrohr holte. Am Tabellenende sorgte vor allem die Eintracht aus Lahnstein für Negativschlagzeilen. War man in Tarforst gar nicht erst angetreten, wurde das Spiel in Engers vollends zur Farce. Von Beginn an nur mit neun Spielern auf dem Platz, verletzten sich zwei weitere Spieler im Laufe der ersten Halbzeit, in der Engers schnell mit 7:0 in Führung ging. Zwar nahmen die Gastgeber selbst Spieler vom Platz, um ein halbwegs reguläres Fußballspiel zu ermöglichen, am Ende musste das Spiel aber nach einem provozierten Platzverweis des Lahnsteiner Torwarts nach Linienrichterbeleidigung abgebrochen werden, da nur noch sechs Lahnsteiner übrig geblieben waren. Neben Lahnstein müssen auch die SG Ellscheid, der SV Dörbach und die SG Bullay/Zell den Gang in die Bezirksliga antreten. Auf der Zielgerade hatten sie gegen den VfB Linz und die zweite Mannschaft aus Wirges das Nachsehen.

Rheinlandliga 2011/12

In der Saison 2011/2012 bereichern folgende Mannschaften die Rheinlandliga:

Aufsteiger aus der Bezirksliga:

  • SG Malberg
  • SG Stadtkyll
  • TuS Rot Weiß Koblenz

Aus der Oberliga steigen folgende Mannschaften in die Rheinlandliga ab:

  • Sportfreunde Eisbachtal
  • SG Bad Breisig

Abschlusstabelle 2010/11 (Daten: fussball.de)

Platz Verein Spiele Tore Punkte
1. FSV Salmrohr 34 112:36 81
2. SV Mehring 34 94:41 63
3. TuS Koblenz II 34 61:23 62
4. SG 2000 Mülheim-Kärlich 34 67:40 60
5. FSV Trier-Tarforst 34 57:47 60
6. FC Karbach 34 80:50 58
7. SV MorbachKyllburg 34 56:40 58
8. Spvgg. Burgbrohl 34 69:62 52
9. TuS Mosella Schweich 34 54:57 50
10. FV Engers 34 55:48 46
11. SG Kyllburg 34 72:58 45
12. TuS Mayen 34 50:49 45
13. Spvgg. EGC Wirges II 34 52:75 34
14. VfB Linz 34 49:88 34
15. SG Bullay/Zell 34 49:58 32
16. SV Dörbach 34 64:80 32
17. SG Ellscheid 34 38:55 29
18. SG Eintracht Lahnstein 34 23:188 7

Zu den Teilen eins, zwei und drei.

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Kommentare (1)

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  1. Kicker sagt:

    Die SG Mülheim Kärlich hat in der Rückrunde 33 Punkte geholt. Also 4 Punkte weniger als der FSV Salmrohr. Der SV Mehring hat die Rückrund punktgleich mit dem Meister aus Salmrohr abgeschlossen. Dritter der Rückrunde ist der FC Karbach mit 35 Punkten.

    Anm.d.Red.: Vielen Dank, tatsächlich hat die SG Mülheim Kärlich in der Rückrunde vier Punkte weniger geholt als der Meister. In die Rechnung mit eingeflossen ist ein Nachholspiel aus der Hinrunde, was MK erst nach der Winterpause ausgetragen hat.

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