Ehrgeiziges Ziel – Crowdfunding für Video-Livespiele im Internet

Das Team von basketball-stream.de benötigt mindestens 40.000 Euro für das ehrgeizige Projekt

Von Florian Schlecht

Seit sechs Jahren reist das Team von basketball-stream.de durch Deutschland, präsentiert im Audiostream die Auswärtsspiele der TBB Trier. Nun haben die Macher ein ehrgeiziges Projekt vor Augen: Über Crowdfunding wollen sie in vier Wochen 40.000 Euro sammeln, um zukünftig über einen Internet-Videostream die TBB-Partien zu übertragen. 

Livestream TBB Trier. Bastian Doreth, ChrisSchmidt. Foto: Lisa Löwe

Bei jedem TBB-Spiel im Einsatz: David Vilter (links) und Chris Schmidt (rechts) im Interview mit Bastian Doreth. Foto: Lisa Löwe

Seit 2007 reist Chris Schmidt als Stimme des Trierer Basketballs quer durch die Republik. Ob München, Berlin, Quakenbrück, Ludwigsburg: Rund 80.000 Kilometer haben die Mitarbeiter von basketball-stream.de in den sechs Jahren auf den Autobahnen hinter sich gebracht, um die Fans der TBB Trier via Audiostream darüber zu informieren, wie sich ihre Jungs in den fremden Hallen schlagen.

Eine lange Zeit, durch die bei Schmidt und Co. ein Traum gereift ist: Sie wollen zukünftig alle TBB-Heimspiele sowie möglichst viele Auswärtsspiele live übertragen und kommentieren – und das über einen Videostream im Internet. Daneben soll ein Videomagazin etabliert werden mit Hintergründen über alle Klubs aus der Beko BBL. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das bereits zur Saison 2013/14 in die Tat umgesetzt werden soll.

Dafür braucht das Team aber Unterstützung – und hat auf der Online-Plattform www.startnext.de ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. Mit der Hilfe von Sponsoren sowie Fans in Trier und ganz Basketball-Deutschland sollen innerhalb von vier Wochen 40.000 Euro gesammelt werden. Das Geld wird benötigt, um die technische Ausstattung, die weiten Fahrten, die Personalkosten und den Zeitaufwand mit manchmal nur bis zu drei Stunden Schlaf zu finanzieren.

„Zahlt jeder Zuschauer zehn Euro, reicht das aus“

Co-Trainer Thomas Päch (r.) erwartet ein umkämpftes Duell gegen Frankfurt.

Qualität ist der Anspruch: Interviews wie mit Co-Trainer Thomas Päch gehören zum Programm.

„Alles oder nichts“, ist so das Motto für Schmidt. Denn wenn die Summe nicht zusammen kommt, dürften die Betreiber ihr Engagement zurückfahren und zukünftig auch auf die Audioübertragungen von TBB-Auswärtsspielen verzichten.

„Jeder Tag zählt“, sagt Schmidt, der über das Teilen des Youtube-Videos, Facebook und Nachrichtenmagazine einen hohen Bekanntheitsgrad der Aktion erreichen will. Der Hallensprecher hofft: „Der Zuschauerschnitt der TBB Trier liegt bei 4.000. Wenn nur jeder Besucher zehn Euro investieren würde, hätten wir die Summe zusammen, die wir brauchen. Wir wollen noch mehr für die Fan-Identifikation machen und sind davon überzeugt, dass sich viele Anhänger diesen Service wünschen.“

Die Sorge, dass dann zukünftig mehr Leute die Spiele vor dem Bildschirm als in der Arena gucken, teilt er nicht. „Viel eher lockt es neue Zuschauer an, wenn sie mal bei uns ein Spiel mit einem dramatischen Ausgang sehen und sie Lust haben, selber live vor Ort zu sein.“

Zunächst brauchten die Macher für ihre Idee 100 Fans, bevor die Finanzierung starten kann. Ein solcher kann man durch eine Registrierung und ein anschließendes Like des Basketball-Stream-Crowdfunding auf Startnext oder über Facebook werden. Bereits nach zwei Stunden war die erforderliche Anzahl übertroffen. „Dabei habe ich mit meiner Frau gewettet, dass es erst am Wochenende so weit ist“, freut sich Schmidt.

Reicht die Zeit?

TBB Trier. Foto: Thewalt

Bald regelmäßig live im Netz zu sehen? Die TBB Trier. Foto: Thewalt

Weitere Unterstützung für das Projekt gibt es bereits von einigen Basketball-Stars, der TBB und Sponsoren, die Gönnern je nach der Höhe ihrer Investition eine Gegenleistung anbieten.

Von einem Platz in einer „Hall of Fame“, Tageskarten für die Sauna, ein Fanshirt von Vitalis Chikoko, Baggerfahrten, eine Museumsführung durch „Aggy“ Mock, ein Dinner mit einem TBB-Profi nach Wahl, einer Fahrt am Nürburgring und Spotausstrahlungen während der Übertragungen sind bereits viele Pakete geschnürt. „Einiges wird noch folgen, weil wir erst jetzt in die Gespräche mit den Unternehmen gehen“, sagt Schmidt. So plant der Moderator bereits, ein Meisterschaftstrikot von Maik Zirbes mit der Nummer 33 aus Bamberg zu versteigern. Auch der Ex-Trierer Chris Copeland, der in der NBA bei den New York Knicks durchgestartet ist, habe schon auf eine E-Mail geantwortet.

Die große Schlüsselfrage: Reicht die Zeit von gerade einmal einem Monat bis zum Bundesliga-Start gegen Rasta Vechta aus, um die Summe zusammen zu bekommen? „Wir konnten leider nicht früher starten, weil wir lizenzrechtlich erst vor wenigen Tagen grünes Licht bekommen haben. Wir nehmen aber die ersten beiden Heimspiele noch mit. Es wäre ärgerlich, wenn wir bis dahin 25.000 Euro hätten – und dann nicht in der Arena die Werbetrommel rühren.“ Sofern der erhoffte Betrag nicht erreicht wird, erhalten die Unterstützer ihr Geld „1:1 zurück“. Bis dahin ruht es auf einem Treuhandkonto. Die Hoffnung von Schmidt: „Vielleicht macht Basketball-Deutschland unser Vorhaben ja wahr.“ Um nach sechs Jahren der leidenschaftlichen Übertragungen den nächsten Schritt zur Erfüllung eines Traums zu gehen.

Alle Informationen zu dem Crowdfunding-Projekt gibt es unter http://www.startnext.de/basketball-stream-tv und auf der Facebook-Seite von basketball-stream.de. 

+++TBB in Kürze+++

Chikoko verletzt sich im ersten Test – Mit 72:76 unterlag die TBB Trier in ihrem ersten Testspiel dem Pro-A-Ligisten Chemnitz 99ers in Saarlouis. Neuzugang Trevon Hughes war mit 20 Punkten der gefährlichste Schütze. Besonders bitter: Vitalis Chikoko zog sich eine Knieverletzung zu. Am Samstag steht in Wittlich (Eventum) der nächste Test an. Um 19 Uhr trifft das Rödl-Team auf den belgischen Erstligisten VOO Verviers Pepinster.

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