TBB Trier: Ein Lehrvertrag für Mönninghoff und ein Opa als Vorbild

Von Florian Schlecht

Ablenkung vom Bundesliga-Alltag bei Zucker, Milch und Nüssen: Die Basketballer der TBB Trier waren nach Ruwer eingeladen, wo sie Plätzchen für die Lebenshilfe backten. Einige Spieler zeigten echtes Talent am Herd. Bei einem Aufbauspieler liegt die Backkunst sogar in der Familie.

In der Weihnachtsbäckerei: Bastian Doreth und Barry Stewart leisteten auch mit Kochmütze ganze Arbeit.

Bastian Doreth drückte kräftig auf den Spritzbeutel, in dem der Plätzchenteig lag. Er hatte eine Kochmütze auf dem Kopf, eine Schürze um die Hüfte geschwungen und achtete genau darauf, dass die Kekse vor ihm auf dem Blech die richtige Form haben. Zufrieden blickte er auf das Werk vor sich, wo die Kokosmakronen sorgfältig angeordnet waren und nur noch in den Ofen geschoben werden mussten. „Eine perfekte Aufteilung, oder?“, fragte er und gab sich selber lachend die Antwort. „Besser geht es nicht.“ Das Backen liegt beim Aufbauspieler der TBB Trier in der Familie. Und so konnte der Nationalspieler seinen Mannschaftskollegen am Herd noch einiges vormachen, als sie am Mittwoch in die Backstube der Bäckerei Braunshausen nach Ruwer eingeladen waren, um Plätzchen für die Lebenshilfe zu backen. Es war ein Rollentausch, der Doreth gefiel.

Wo die Welt der Basketballer ansonsten volle Hallen, spektakuläre Körbe, Vorlagen und Rebounds sind, fühlten sie sich auch in der Küche bei Zucker, Zimt und Knetmaschinen wohl. „Ein Opa von mir war Lebkuchenbäcker in Nürnberg, der andere Opa hatte eine eigene Bäckerei“, erzählte die Leihgabe des FC Bayern. „Meine Mutter hat immer mitgeholfen und mir erzählt, wie anstrengend das ist. Deswegen war das nichts für mich. Aber für eine Stunde mache ich das gerne.“

Es war schon eine kleine Meisterleistung, wie sich der gesamte Bundesliga-Kader mit Trainer Henrik Rödl auf den wenigen Quadratmetern in den beiden Räumen beim Backen beweisen durfte. Brav wuschen sie sich zunächst die Hände am Spülbecken. Andreas Seiferth und Nate Linhart halfen dabei, Plätzchen aus dem Teig auszustechen, der schon vorgefertigt war. „Ist das ein Anker?“, rätselte der US-Amerikaner über die Plastikform, die er in der Hand hielt. Einen Raum weiter wurde das Spritzgebäck zubereitet. Das durfte aber nicht jeder Spieler. Der Grund lag auf der Hand: „Der Raum“, warnte Bäckermeister Michael Braunshausen, „ist nur ungefähr 1,90 Meter hoch“. Ein Problem, wenn die Nachwuchsbäcker Basketballer sind.

Tatsächlich passte Dragan Dojcin gerade mit dem Kopf unter die Decke. „Dabei bin ich 2,02 Meter groß“, freute er sich darüber, ohne Grenzen seine Handy-Videos drehen zu können. „Aber das ist wirklich ein Raum für die Guards“, feixte er. Für den Kapitän war der Besuch beim Bäcker eine gelungene Gelegenheit, damit seine Kollegen Abwechslung vom sportlichen Alltag haben. „Eine gute Sache, um zu relaxen. Das kennen wir ja gar nicht so, weil meistens jemand für uns kocht.“ Dojcin nutzte den Besuch zugleich, um von den Keksen zu naschen. „Ich liebe die mit Vanille. Und ich habe nicht wirklich viel zum Mittagessen gehabt“, entschuldigte er sich.

Ein Lehrvertrag für Mönninghoff

Mathis Mönninghoff war dagegen fleißiger, weil er den Teig für die Nussstangen sorgfältig bestrich und mit einem Messer in zentimetergenaue Stücke schnitt. „Hier kann ich einiges lernen. Wenn ich das zu Hause erzähle, muss ich demnächst wohl häufiger mit backen.“ Zumal sich der Youngster aus Ibbenbüren auch als Talent am Herd entpuppte. Trainer Henrik Rödl, der entspannt die Runde machte, probierte gleich ungeduldig von den noch ungebackenen Keksen. „Die schmecken echt gut“, sagte er fachmännisch – und tauchte im Sekundentakt immer wieder mit seinem Cappuccino am Blech von Mönninghoff auf. Michael Braunshausen war beeindruckt: „Ich habe ihm gleich einen Lehrvertrag angeboten“, sagte der Bäckermeister augenzwinkernd.

Das galt auch für T’Aundra Howell, die Frau von Spielmacher Jarrett Howell. „Wenn die Bezahlung stimmt, dann gerne“, antwortete der TBB-Profi schmunzelnd auf das Angebot. Das Ehepaar probierte sich nebeneinander an Makronen. Der Aufbauspieler stöhnte darüber, dass „es schwierig ist, die alle gleich aussehen zu lassen“. Und er blickte immer – halb verwundert und halb verstört – in die Richtung seiner Partnerin, bei der ein Plätzchen auf dem Blech so perfekt aussah wie das andere.

Deutlich leichter ging Luka Buntic die Arbeit von der Hand. „Dazu muss man berufen sein. Wenn der Plätzchenteig ruft, bin ich zur Stelle. Ich backe gerne, wenn die Zeit dafür da ist. Am liebsten Nusskuchen.“ Einen Berufsweg als Bäcker will er aber nicht einschlagen. „Weil ich weiß, um welche Uhrzeit man da aufstehen muss.“ Für Doreth war der Besuch daher auch wichtig, um die Mühe mal genau kennenzulernen, der hinter der vollgepackten Kekstüte lag, die jeder Spieler am Ende mitnehmen durfte. Das weitere Gebäck, das auf den vielen Blechen lag, wird am 23. Dezember in einer Einrichtung der Lebenshilfe Trier verteilt. „Bäcker ist einer der ganz wenigen Handwerksberufe, die noch ausgeübt werden. Ich finde es wichtig, die Arbeiter zu sehen, die dahinter steckt.“

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