Ein Sieg ist Pflicht im Abstiegskampf

Von Florian Schlecht

„Wir wollen nicht kaputt machen, was wir uns in der Hinrunde aufgebaut haben.“ Die Ansage von Andreas Seiferth ist vor dem letzten Heimspiel der TBB Trier eindeutig. Ein Sieg muss her gegen Tübingen (Sonntag, 17 Uhr), damit in Sachen Klassenerhalt keine Panik ausbricht. Danach ist die Saison in der Basketball-Bundesliga zwar noch nicht vorbei – aber in den drei folgenden Auswärtspartien sind die Chancen auf einen Trierer Erfolg deutlich geringer.

Darf nach dem letzten Heimspiel gefeiert werden? Foto: Thewalt

Der Frust über die Pleite in Weißenfels ist zu den Akten gelegt. „Das ist auch ein bisschen der Zeit geschuldet, wir dürfen uns gar nicht lange damit aufhalten“, sagt Andreas Seiferth von der TBB Trier. Zwei Tage Abstand haben ihm geholfen. Was die vierte Niederlage in Folge vor dem letzten Heimspiel am Sonntag jedoch für Ausmaße hatte, ist dem 2,09-Meter-Center bewusst. Die Basketballer aus Trier, die über Monate das Publikum verzückten, brauchen plötzlich noch einen Sieg für den Klassenerhalt. Am besten gegen die Walter Tigers Tübingen in der Arena (Sonntag, 17 Uhr).

Denn danach treten die Trierer in ihren letzten drei Saisonspielen nur noch auswärts an – bei den Frankfurt Skyliners, Alba Berlin und den Artland Dragons. Das Abstiegsgespenst rasselt unerwartet mit den Ketten. Der Blick geht in der Tabelle nach unten. Vier Punkte Vorsprung sind kein bequemes Polster. „Der Traum von den Playoffs ist ausgeträumt. Jetzt wollen uns nicht kaputt machen, was wir uns in der Hinrunde aufgebaut haben. Es geht darum, das Spiel zu gewinnen und wieder an einem Strang zu ziehen“, bekräftigt Seiferth, für den es am Freitag wenigstens schon ein gutes Omen gab. Hinter Dennis Schröder (New York Phantoms Braunschweig) und Daniel Theis (Ulm) belegte der Center den dritten Platz bei der Wahl zum „Nachwuchsspieler des Jahres“, beim Titel des „Most Improved Player“ wurde der 24-Jährige gar Zweiter.

Bucknor ist fit

Jermaine Bucknor kann nach einer Trainingsverletzung wieder spielen Foto: Thewalt

Ebenso erfreulich ist, dass Jermaine Bucknor „grünes Licht“ für Sonntag gibt. Der Kanadier, der mit seinen Distanzwürfen zum X-Faktor in engen Spielen werden kann, hat seine Trainingsverletzung auskuriert und kann gegen Tübingen auflaufen. „Jetzt geht es darum, mit so viel Energie wie möglich zu spielen“, nimmt Nate Linhart sich und seine Mitspieler in die Pflicht.

Doch selbst, wenn die TBB zur großen Form aufläuft, wartet immer noch ein Gegner mit großen Ambitionen. Tübingen gehört mit seinem Mini-Etat zu den Überraschungen der Saison. Mit geschätzten 1,8 Millionen Euro schielt der Tabellenzehnte auf die Playoffs. Coach Igor Perovic baut zu großen Teilen auf eine eingespielte Mannschaft, bei der die Topscorer Reggie Redding und Vaughn Duggins (je 13,8 Punkte pro Spiel) in der vergangenen Saison bereits für die Unistädter spielen. Unter dem Korb stellt Kenny Frease nicht nur wegen seiner 2,11 Meter und 130 Kilo ein echtes Schwergewicht für die Trierer Defensive dar.

„Wir haben es mit einem sehr guten, offensiv talentierten Gegner zu tun, für den es um viel geht; das wird nicht einfach, aber wir wollen diesen Sieg“, meint TBB-Trainer Henrik Rödl. 4.000 Tickets waren für das so wichtige Spiel bereits am Freitag Nachmittag verkauft. Die Halle wird voll, die Bedeutung der Begegnung scheint den Sportlern und Anhängern klar zu sein. Andreas Seiferth bringt es auf den Punkt, was für ihn das perfekte Geschenk für die Fans wäre: „Ein Sieg und ein kleiner Dance. Ich glaube, dann wären wir alle glücklich.“

+++Restprogramm der Abstiegskandidaten+++

Weißenfels (Platz 11, 30 Spiele, 26:34 Punkte)

– Berlin (A), Bayreuth (H), Ulm (H), Hagen (A)

Trier (Platz 12, 30 Spiele, 26:34 Punkte)

– Tübingen (H), Frankfurt (A), Berlin (A), Quakenbrück (A)

Bremerhaven (Platz 13, 30 Spiele, 26:34 Punkte)

– Oldenburg (H), Gießen (H), Bamberg (H), Braunschweig (A)

Frankfurt (Platz 14, 31 Spiele, 26:36 Punkte)

– Bonn (A), Trier (H), Ludwigsburg (H)

Bayreuth (Platz 15, 30 Spiele, 24:36 Punkte)

– Bamberg (H), Oldenburg (H), Weißenfels (A), Berlin (A)

Braunschweig (Platz 16, 31 Spiele, 24:38 Punkte)

– Ludwigsburg (A), Tübingen (A), Bremerhaven (H). 

Ludwigsburg (Platz 17, 31 Spiele, 22:40 Punkte).

– Braunschweig (H), München (H), Frankfurt (A).

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